Wenn Literatur verfilmt wird

„Der Film war doch gar nicht wie das Buch“ sagen oft Zuschauer, wenn sie das Kino verlassen. Die große Frage ist dabei aber: Muss ein Film das Buch widerspiegeln? Bei manchen Literaturverfilmungen erkennt man sofort die Vorlage, bei anderen ist sie nur Bruchstückhaft vorhanden. Ein Paradebeispiel ist die Verfilmung von Goethes Faust 1960 mit Gustav Gründgens. Das besondere war, dass es sich hier im eine Verfilmung des Schauspiels handelte, man also ohnehin schon eine Interpretation des Stücks vor sich hatte.

Literaturverfilmungen haben nicht den Anspruch, eine 90-minuten-Version des Buchs zu sein. Sie versuchen, das Buch und seine Aussage zu interpretieren und dies filmisch umzusetzen. Dabei hat der Film Grenzen, zum Beispiel die Zeit, zum anderen aber auch durch die Verbildlichung die Festlegung auf Charakter und Umgebungen. Oft hört man Besucher im Kino sagen „die habe ich mir ganz anderes vorgestellt“ wenn es um die Heldin im Buch geht, die dann auf der Leinwand ganz anders aussieht.

Letztlich ist ein Buch immer nur eine Vorlage. Beim Film zum Beispiel versucht man lange Dialoge zu vermeiden, wenn die im Buch aber vorhanden sind, muss schon aus diesen Gründen gekürzt werden. Und deshalb wird eine Literaturverfilmung niemals dem Buch entsprechen können.